Leonhard ist Theaterdramaturg in Berlin und gerade gekündigt, als er einen Brief seiner Mutter erhält. Diese schickt ihm die Verkaufsanzeige eines Hauses in seinem Heimatort am Niederrhein. Es ist das Vogelhaus und es zieht ihn magisch an.
Hier hat er bange Stunden seines Zivildienstes verbracht, untermalt von dem Geschrei der “bösen Vögel”, sich mit seinen Zivikumpels dazu gruselige Geschichten ausgemalt.
Die Abgründe in die er während des Dienstes blickt, hat er sich nicht vorstellen können. Angst und Ekel wandeln sich jedoch langsam in Verständnis und Empathie, nur was das Vogelhaus betrifft, bleibt die Angst.
Und der möchte er jetzt auf den Grund gehen.
Weiler erzählt die Geschichten von alten Menschen am Rand unserer Gesellschaft, die von außen betrachtet vielleicht ganz anders scheinen, als sie wirklich sind, ihrer eigentlichen Identität beraubt, die nur noch durchblitzt, wenn sich jemand Zeit nehmen kann zuzuhören.
Der Roman hat wenig von der Leichtigkeit seiner vorangegangenen Bücher, auch der Witz ist leiser, dennoch ist die Geschichte mit viel Herz erzählt und durch den dunklen Vogelhaus Spannungsbogen durchaus fesselnd.
erschienen am 16.09.2026 bei Heyne, ISBN 978-3-453-44371-6